-jährliche Laufleistung ca. 15.000km
-tägliche Strecke im Schnitt 25 Kilometer, mal 5 weniger mal 10 mehr, so um den Dreh rum
-bedeutet ich müßte im Schnitt alle 2 Tage laden, sprich ca. 180 mal im Jahr
-Laden würde ich über eine normale Steckdose in der Garage. Wieviel KW/h benötigt denn der Kuga für eine Ladung? Kilowattpreis ist bei uns momentan 29 Cent.
-Kann ich dann rein elektrisch fahren oder schaltet sich der Verbrenner bei Bedarf hinzu (kann ich das beeinflussen?)?
-Sollte man die Batterie nur laden wenn sie relativ leer ist oder kann man auch "zwischenladen"? Eventuell könnte meine Frau nämlich im Geschäft kostenfrei laden.
-Natürlich gibt es auch mal längere Strecken von mehreren 100 Kilometer, deswegen der Gedanke zum Plug In Hyrid
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Hallo didi72de,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Kuga-Forum.
Ja, Deine Fragen sind absolut nachvollziehbar, genau diese Dinge habe ich Mitte 2020 auch hinterfragt. Die Entscheidung für den Kuga war bei mir klar, nur welcher Motor? Weil ich ursprünglich auf den großen Diesel wollte, dann aber nach richtig guter Beratung und Empfehlung durch meinen Händler auf den PHEV umgeschwenkt bin, stand ich vor denselben Fragen. Meine nachfolgenden Antworten beruhen auf Informationen in erster Linie aus unserem wunderbaren Forum, aus neutralen Quellen, aus Händlerinformationen, und natürlich auch aus mittlerweile 3.000 km elektrischer "Erfahrung" mit meinem Kuga PHEV.
Deine jährliche und übliche tägliche Laufleistung ist natürlich prädestiniert für einen PHEV. Du wirst die meisten Deiner Strecken elektrisch zurücklegen können, wenn der AKku regelmäßig geladen wird. Mein Kuga liegt im Alltag in sehr ähnlichem Streckenprofil, und im Normalfall fahre ich (mittlerweile) ausschließlich elektrisch. Beim Motorstart muss ich auch nichts Besonderes einstellen: Es ist als Fahrprogramm immer der Normalmodus und als Elektroprogramm immer der AutoEV voreingestellt. Damit fährt mein Kuga im Regelfall grundsätzlich immer erst die elektrische Reichweite leer, bevor der Benziner automatisch zuschaltet. Das funktioniert hervorragend.
In bestimmten Fällen steigt der Benziner auch zwischendurch einmal ein, bevor der Akku leer ist, z. B. wenn Du einmal stärker aufs Gaspedal drückst und mehr Leistung verlangst, oder aber vor einigen Wochen, als die Außentemperaturen unter 0°C gelegen haben, wohl zur Unterstützung der Heizung. Du kannst auch manuell beeinflussen, ob Du elektrisch oder mit Benzinmotor fährst. So gibt es einen elektrischen Modus "EVjetzt", bei welchem man (eigentlich) nur elektrisch fahren kann, ohne Benzinmotor. Es gibt aber auch "EVspäter", bei welchem man nur mit dem Benziner fährt und die Akkuladung aufspart für eine spätere Nutzung zum Beispiel in der Stadt. Im Sport-Modus sind immer beide Antriebe gemeinsam aktiv, um die größtmögliche Leistung abzurufen. Die Grenzen des Systems werden derzeit gerade hier im Forum sehr intensiv diskutiert und ausgelotet. Wenn Du fleißig mitliest, wirst Du reichlich Informationen bekommen.
In der Regel lade ich jeden Tag den Akku, teilweise auch zwischendurch am Tag, je nachdem welche Strecken ich noch vor mir habe, und egal wieviel Energie noch im Akku gespeichert ist. Ich benutze den Ladeziegel für die 230 V-Schukoszteckdose, keine Wallbox. Mit der Länge des Kabels erreiche ich sowohl den Standplatz in der Garage als auch den vor dem Haus, sodass ich den Abstellplatz flexibel wählen kann. Eine Wallbox macht für mich keinen Sinn, weil der Kuga sowieso immer die ganze Nacht am Ladekabel hängt, da macht mir die längere Ladedauer (ca. 0,5 - 1,0 Stunden) gegenüber der Wallbox nix aus. Man sollte aber darauf achten, dass die Steckdose, an welcher der Ladeziegel angeschlossen ist, separat abgesichert, ordentlich verkabelt und in möglichst neuwertigem Zustand ist, um Probleme durch die doch vergleichsweise hohen Ströme zu vermeiden. Bisher habe ich absolut keine Probleme damit, es gibt keinerlei Erwärmung oder gar Überhitzung der Stecker/Steckdosen, alles ist im grünen Bereich und funktioniert hervorragend.
Der Kuga hat eine Hochvolt-Batterie mit 14,4 kWh Kapazität, die man ca. 90% laden könnte, das wären dann ca. 13 kWh, aber es verbleiben immer noch etwa 10 % im Akku, auch wenn die Anzeige "leer" meldet. Effektiv geladen werden bei leerem Akku also etwa 12 kWh. Bei Stromkosten von 0,29 €/kWh sind das dann ca. 3,48 € pro Komplettladung. Wie gesagt sind Teilladungen möglich, das beeinträchtigt die Systeme, den Akku und die Stromkosten nicht. Manchmal hänge ich den Kuga auch nur für 10 oder 20 % Aufladung ans Kabel, weil er ohnehin in der Garage übernachtet.
Der weitere Vorteil des angeschlossenen Ladekabels ist die Programmierung einer "Abfahrtszeit" über die FordPassApp: Du kannst damit Zeiten vorgeben, zu welchen der Kuga pünktlich elektrisch vorgewärmt ist, die Sitz- und die Lenkradheizung eingeschaltet sind und auch der Akku bereits auf Betriebstemperetur 60°C vorgeheizt ist. Und weil er am Ladekabel hängt, wird der für diese elektrische Beheizung erforderliche Strom wieder gleich nachgefüllt, sodass der Akku zur festgelegten Abfahrtszeit voll aufgeladen ist. Finde ich klasse, nutze ich fast jeden Tag. Und das funktioniert auch mit Kühlen des Innenraums per Klimananlage im Sommer. Aber wie gesagt: Er muss dafür am Ladekabel hängen.
Auch ich fahre zeitweise längere Strecken, nächste Woche werden es insgesamt ca. 2.000 km werden und bis zu 600 km am Stück ohne Ladevorgang. Auch das ist natürlich mit dem PHEV möglich. Im "EVAuto"(-matik-Betrieb) und Normalmodus wird sich zuerst der Akku leerfahren, bevor sich dann der Benziner einklinkt. Dann fährst Du in einer Kombination von elektrischem Betrieb und Verbrenner, wobei sich durch Ausrollen z. B. bei Bergab-Fahrt oder beim Bremsen durch Energierückgewinnung wieder Strom in den Akku einspreist. Auf diesen meinen 600 km Fahrten mit den Standard-Einstellungen der Systeme habe ich etwa 250 km elektrisch zurückgelegt, und das auf Autobahnen mit meist 120 - 140 km/h.
Der Spritverbrauch im gemischten Betrieb und über die gesamten 3.000 km liegt bisher bei 4,1 Liter/100 km, Tendenz fallend. Dabei bin ich bewusst die ersten ca. 2.000 km überwiegend im Sportmodus gefahren, damit auch der Benzinmotor "laufen lernt". Den Rest fahre ich eigentlich immer im Normalmodus. Bei reinem Sportmodus liegt der Spritverbrauch zwischen 5 und 6 Liter/100 km, im alltäglichen Normalmodus mit dem damit verbundenen bevorzugten elektrischen Fahren liegt er bei 0,0 bis 1,5 Liter/100 km.
Der Stromverbrauch für den E-Motor ist (wie der Benzinverbauch auch) sehr stark abhängig vom Fahrprofil und den Fahrgewohnheiten. Autobahnfahrten oder häufiges Beschleunigen kostet sehr viel Energie. Während sehr ruhiges und gleichmäßiges Fahren im Stadtverkehr oder auf Überlandstrecken mit maximal 60 - 70 km/h einen Stromverbrauch von 18 - 19 kWh / 100 km hat, geht es im richtigen Stadtverkehr mit Ampelstopps und häufigem Anfahren auf 22 - 23 kWh / 100 km. Bei 150 km/ auf der Autobahn steht der Wert schon gut und gerne bei 26 - 28 kWh / 100 km.
Ob sich das Auto lohnt? Wirtschaftlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Wenn jemand eine Photovoltaik-Anlage hat und den Strom kostenlos produziert, lohnt sich der Elektroantrieb allemal, und die Kombination mit dem Benziner gibt die Sicherheit auch für größere Reichweiten. Für die permanente Langstrecke ist der Kuga PHEV sicherlich nicht geschaffen, aber für die tägliche Strecke von bis zu 50 km zwischen zwei Ladevorgängen ist das optimal. Die KFZ-Steuer beträgt bis 2026 nur 20,00 € im Jahr, danach 50,00 €, die Versicherung ist aufgrund der hohen Motorleistung relativ teuer. Die Betriebskosten im Vergleich zwischen PHEV und z. B. dem 2,0 EcoBlue-Diesel sind mehr oder weniger identisch (PHEV 0,558 € zu Diesel 0,561 € pro km, jeweils Coll&Connect, laut aktueller ADAC-Tabelle). Wie sich die laufenden Kosten entwickeln, wird man beobachten müssen, für den PHEV gibt es noch nicht so viele Erfahrungswerte.
Vom Gefühl her lohnt sich der Kuga ganz sicher. Ich bin von dieser Technik, vom Experimentieren, vom Ausprobieren und vom Erlernen des Hybrid-Systems so begeistert, das ist einfach nur toll. Das leise Dahingleiten im elektrischen Antrieb ist wunderbar. Fasziniert bin ich vom Getriebe: Der Übergang vom Elektro- auf Benzinantrieb geschieht völlig unmerklich, man spürt absolut nichts, kein Ruckeln oder Zucken. Das Fahrgeräusch des Benziners ist so gering, dass man manchmal nur an der Anzeige sieht, ob der Benziner zugeschaltet ist. Das ist faszinierend, das hätte ich in dieser Perfektion nicht erwartet. Er lohnt sich für mich noch viel mehr, denn ich bin ein Spielkind mit sehr großer Neugier vor neuer Technik ...
Man muss sich aber klar sein: Eigentlich ist die Kombination des Kuga in seiner Größe speziell mit dem PHEV-Antrieb hinterfragenswert, denn: Der Kuga ist von den Abmessungen zu groß für die Stadt, für enge Parkplätze und Tiefgaragen weniger geeignet, sondern eher ein Auto für die Strecke. Auch die Größe des Innenraums, sehr komfortabel für mehrere Personen, ist für ein klassisches Stadtauto, in welchem vielleicht einmal zwei Personen sitzen, verschwenderisch zu groß. Andererseits ist speziell der PHEV von der Antriebskonzeption eher nicht für Langstrecken ausgelegt, sondern spielt seine Vorteile nur auf der Kurzstrecke und bei langsamem Verkehr, also in der Stadt aus. Karosseriegröße einerseits und PHEV-Antrieb anererseits sind für den Einsatzzweck eines solchen Autos an sich ein Widerspruch.
Alles in allem finde ich den Kuga sehr gelungen und kann ihn auch mit dem PHEV-Antrieb für Dein Fahrprofil sehr empfehlen. Wenn Deine Parkmöglichkeiten zuhause und evtl. am Arbeitsplatz ausreichend dimensioniert sind hast Du auch mit der Größe des Kuga kein Problem. Ich bin begeistert von diesem Auto, würde mich immer wieder dafür entscheiden.