Beiträge von Nicafe

    Kann mir noch jemand etwas empfehlen ?

    Klar: Den Ladeziegel. Ich habe meine Kuga nun 9 Monate und bin insgesamt nun fast 16.000 km gefahren, davon genau 10.512 km elektrisch. Der Kuga wurde immer nur mit dem Ladeziegel geladen, bisher hat er noch nie eine fremde Ladesäule gesehen.


    Der Kuga kommt regelmäßig abends an den Ladeziegel und hat dann die ganze Nacht Zeit, zu laden, da ist es mir völlig schnuppe, ob er nun 4 oder 5 Stunden braucht, bis er von ganz leer nach ganz voll ist. Teilweise wird er auch tagsüber immer mal wieder zwischendurch geladen, alles ohne Probleme. Und je mehr Strom noch im Akku ist, je weniger Strom nachgeladen werden muss, um so geringer ist auch die Zeitersparnis beim Laden per Wallbox.


    Ich hatte mir schon sehr früh die Förderung der Wallbox bei der KfW gesichert, die elektrische Infratsruktur für eine Wallbox ist bei mir vollständig gegeben, ich hätte also mit geringstem Aufwand eine Wallbox installieren können. Aber dennoch habe ich mich dagegen entschieden, weil der Ladeziegel voll ausreicht und die Vorteile eriner Wallbox so gering sind, dass ich keinen Sinn darin erkannt habe. Ich habe die KfW-Förderung verfallen lassen, so überzeigt bin ich vom Ladeziegel. Und wenn ich dann noch teilweise hier im Forum beschriebenen Ärger und Hickhack zum Thema Wallbox lese ...


    Und hinsichtlich Zukunftsplanung für das nächste Auto? Wer von uns weiß denn, wie die erforderlichen Ladeleistungen und die technischen Anforderungen in vier oder fünf oder sechs Jahren aussehen? Da installiertst Du jetzt eine Wallbox, die für den Kuga fast keinen Mehrwert bringt, und in fünf Jahren habe ich ein ganz anderes Auto mit wieder ganz anderen Anforderungen an die Lade-Infrastruktur. Nein danke. Der Ladeziegel ist flexibel, den habe ich bei größeren Fahrten im Kofferraum, den hatte ich sogar mit in den Urlaub und konnte an der Hotelsteckdose kostenlos (!) laden. Alles ist gut.

    Das ist richtig. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, den Kuga-PHEV vorzuheizen:


    Variante 1. Programmieren einer Abfahrtstzeit:

    Eine Abfahrtszeit speichert man in der App oder am Sync, man kann genaue Wochentage und Uhrzeiten vorgeben, zusätzlich in verschiedenen Stufen, wie lange und wie stark der Innenraum beheizt oder gekühlt wird und ob die Sitze und das Lenkrad mit beheizt werden sollen. Die Fahrzeug-Einstellungen von Heizung, Sitzen und Lenkrad nach der letzten Fahrt spielen dabei keine Rolle. Ausgeführt wird ein solcher Auftrag aber nur, wenn der Kuga am Ladekabel hängt. Der für das Vorheizen benötigte Strom wird somit gleich wieder nachgespeist.

    Der Zeitpunkt des Starts des Beheizens kann am Sync eingestellt werden. Der Kuga beginnt mit dem Vorwärmen pünktlich um diese eingestellte Zeit (bei mir die 15 Minuten) vor der eingestellte Abfahrtszeit. Möchte ich also um 8 Uhr losfahren und habe die 15 Minuten eingestellt, dann beginnt das Vorheizen pünktlich um 7:45 Uhr. Wenn ich aus irgendwlechen Gründen dann doch nicht losfahre, heizt der Kuga noch genau um diese eingestellten 15 Minuten nach der Abfahrtszeit nach, also bis 8:15 Uhr und schaltet sich dann wieder ab. Der Kuga ist also zur eingestellten Abfahrtszeit dann auch tatsächlich bestens präpariert und abfahrbereit.


    Variante 2. Fernstart:

    Ein Fernstart erfolgt mittels App und dabei werden die letzten Einstellungen von Heizung, Sitzen, Lenkrad usw. übernommen, die beim Verlassen des Autos eingestellt waren. Man sollte sich also bewusst sein, dass der Innenraum des Kuga nur dann über den Fernstart mollig warm beheizt wird, wenn auch die Temperatur am Ende der letzten Fahrt entsprechend eingestellt war. Wenn ich die Temperatur nur auf 17°C eingestellt hatte, heizt der Kuga beim Fernstart nicht höher. Genauso die Sitze und das Lenkrad: Wenn die Sitzheizung beim Verlassen des Autos ausgeschaltet war, geht sie auch beim Fernstart nicht an.

    Ausgeführt wird der Fernstart mittels Strom aus dem Akku, solange die entsprechenden Voraussetzungen (ausreichend Saft im Akku, Außentemperatur, usw.) dafür gegeben sind. Bei tendenziell leerem Akku oder auch bei Außentemperaturen nahe oder unter 0°C schaltet sich immer auch der Benziner hinzu. Auch geht das Standlicht an.

    Der Fernstart ist aber unabhängig vom Ladekabel, kann also jederzeit von überall auf der Welt ausgeführt werden, solange der Kuga Strom und Sprit hat. Wir haben es ausprobiert: Meine Frau stand mit dem Kuga 500 km entfernt in München, und ich habe von zuhause per Fernstart den Kuga starten und genauso dann auch wieder ausschalten können.

    Bin ja gespannt ob das auch, zu zumindest an tauen, bei gefrorenen Scheiben reicht...

    Aus der Erfahrung kann ich sagen: in der Einstellung "warm" reicht das völlig auch zum Abtauen geforener Scheiben. Um einen halben Meter Schnee wegzutauen, wird es natürlich nicht ausreichen, aber im Normalwinter geht es allemal.


    Als ich im Januar im neuen Kuga zum ersten Mal mit der Abfahrtszeit gespielt habe, wollte ich auch wissen, wie lange der Kuga noch über die einprogrammierte Zeit hinaus heizt für den Fall, dass man tatsächlich nicht losfährt. Ich saß also vor meinem (januar-winterlichen) Haus im anfangs kalten Kuga: er hat genau um die voreingestellte Vorheizzeit (15 Minuten) auch nachgeheizt, und es war warm darin wie in der Sauna. Türen oder Fenster habe ich mich nicht zu öffnen getraut, weil ich befüchtet habe, dass dann vielleicht die Heizzeit unterbrochen würde. Aber ich kann Dir sagen: Ich hab im Kuga geschwitzt und war froh, dass ich wieder raus an die frische Luft kam.

    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass vielleicht andere auch das Problem haben könnten, aber die Situation aufgrund ihrer Gewohnheiten nicht herstellen.

    So wie bei mir. Die Getriebestellung N oder D mit laufendem Benziner habe ich bisher in den nun 9 Monaten und 16.000 km eigentlich noch nicht benötigt.


    Ich werde die Situation aber auch nicht provozieren, d. h. bewusst herbeiführen und dadurch vielleicht einen Mangel erzeugen, der bisher garnicht da ist.

    Weiß zufällig jemand, ob das mit den Ladezeiten kollidiert? Also wenn ich eine Ladezeit zwischen 23:00-06:00 einstelle und dann halb 7 das Vorheizen starte, lädt der Kuga dann auch nach, wenn er am Kabel hängt?

    Reine Theorie, keine Praxiserfahrung: Das Nachladen während programmierter Abfahrtszeit, so wie Du es beschreibst, sollte unabhängig von der Ladezeit funktionieren, denn die Zeiten überlappen sich nicht. Grundsätzlich soillte es egal sein, ob ich ohne Ladezeit den Stecker abends reinstecke, sofort geladen wird und für morgens eine Abfahrtzeit programmiert ist, oder ob irgendwo in der Nacht eine Ladezeit liegt.


    Und macht es einen Unterschied, ob man den Fetnstart benutzt oder die voreingestellte Abfahrtszeit?


    Ja: bei programmierter Abfahrtszeit muss das Auto am Ladekabel hängen, nur dann wird vorgeheizt, und der für das Vorheizen des Autos benötigte Strom wird unmittelbar wieder nachgespeist.


    Ein Fernstart ist von der Funktion her wie ein normaler (Kalt-)Start, wie wenn ich im Auto sitze und den Start-Knopf drücke: Mit Beginn des (Fern-)Starts läuft das System, es erfolgt die Heizung von Innenraum und Akku, es wird Energie verbraucht, je nach Situation (Außentemperatur und Ladestand des Akkus) rein elektrisch oder eben mit zugeschaltetem Benziner. Da muss das Auto nicht am Ladekabel hängen und es wird aber auch kein Strom nachgespeist.

    Bei mir heute 1°, Heizung an auf 24°, Landstraße, 38% Batterie und Verbrenner springt unvermittrlt an, läuft, bis er warm ist, dann geht er aus. Ich hatte den Eindruck, immer nach Abkühlung springt er wieder ein paar Meter an.

    Nächste Fahrt. 6° eine Stunde später, alles normal, kein Anspringen bis 0% Batterie.

    Erfahrungsbericht aus dem letzten WInter: Das ist eine Situation, wie es sie bei Temperaturen in Richtung 0°C und darunter immer wieder geben wird: Der Benziner schaltet sich zu, weil die rein elektrische Heizleistung es alleine nicht schafft, den Innennraum auf die von Dir gewünschte Temperatur zu bringen, und sich deshalb Unterstützung beim Benziner holt.


    Das ist eine Funktion, die meines Erachtens äußerst gut durchdacht ist und auch äußerst gut funktioniert.

    Ich z.B lade noch öffentlich und dann muss ich ca. 400m in mein Parkhaus fahren. Beim Einsteigen angezeigte 76km. Nach Abstellen noch 75km. Am nächsten Morgen dann 65 km. Fahre ich gleich von der Säule los und fahre mehr als 3km gibt es kaum schnelle Veränderungen in der Km Anzeige.

    Der Hintergrund ist, dass ein häufiger Systemstart innerhalb sehr kurzer Fahrtstrecken deshalb einen stark erhöhten Energieverbrauch bedeutet, weil auch der Akku auf Betriebstemperatur gebracht werden muss. Und wenn Du innerhalb 400 m Strecke zweimal den Akku zum Kaltstart zwingst, geht zwangsäufig die Reichweite in die Knie.


    Besonders kann man diesen Unterschied durch das Einprogrammieren einer Abfahrtszeit feststellen: Ohne programmierte Abfahrtszeit muss der volle Akku beim Systemstart erst einmal sich selbst temperieren, und die dafür erforderliche Energie fehlt dann natürlich zum Fahren. Habe ich aber am Ladekabel hängend eine Abfahrtszeit programmiert, wird die Energie, die der Akku fürs Vorheizen braucht (nicht nur des Innenraums, sondern auch für sich selbst) aus dem Ladekabel sofort wieder nachgespeist. Und pünktlich zur Abfahrtszeit oder vielleicht sogar besser noch ein paar Minütchen später ist der Akku voll geladen, ist der Akku vorgeheizt, ist der Innenraum vorgeheizt, sind die Sitze und das Lenkrad warm, oder im Sommer eben auch gekühlt, aber die volle Akkuladung kann ausschließlich zum Fahren verwendet werden. Dann geht nach dem Losfahren die Reichweite auch nicht so schnelle in Knie.