Erwartungshaltung
Eine Tasse Kaffee oder ein Glas Mineralwasser, ein gutes Gespräch, eine umfassende Einweisung in die Fahrzeugbedienung, eine geduldige Antwort auf all meine dummen Fragen und ein paar Worte des Dankes, das sind meine persönlichen Erwartungen an den Verkäufer eines Autos. Und wenn dann der Chef noch um die Ecke schaut und fragt, ob alles zur Zufriedenheit gelaufen ist, dann finde ich das klasse. Aber das war es dann auch. Dabei ist es egal, ob es sich um einen gebrauchten Dacia Logan von 3.500 € handelt oder um einen Oberklassen-Kombi Audi A 6 allroad für über 90.000 €.
Ich arbeite im Bereich der Baubranche und kenne von beiden Seiten deutlich größere Auftragssummen. Da geht es um Aufträge, welche meine Kunden mir erteilen, mit schon einmal siebenstelligen Summen, da kaufe ich andererseits mehrmals jährlich LKW's und Maschinen für in Summe mehrere hunderttausend €, erst in dieser Woche eine Baumaschine für 170.000 € oder vor einem halben Jahr eine Betonpumpe für 450.000 €. Derzeit verhandeln wir mit einem Maschinenbauer über eine Produktionsanlage von round about 1,5 Millionen. Aber Blümchen und Sekt gibt es auch bei Geschäften in derartigen Größenordnungen von beiden Seiten nicht. Das erwarte ich nicht, das möchte ich nicht. Da ist mir jedes ehrliche und nette Wort tausendmal lieber.
Ganz ehrlich: Wenn mir der Ford-Händler statt der Sektflasche und dem Blumenstrauß einen Gutschein in Höhe von 20 € für Zubehör oder auch nur eine kostenlose Fahrzeugwäsche anbieten würde, dann würde ich das annehmen und mich artig bedanken. Aber zu bunten Ausschmückungen und sonstigem Beiwerk sage ich: Nein Danke.