Mittlerweile habe ich meinen Kuga etwas mehr als zwei Monate und wollte mal meine Erfahrungen schildern. Besonders im Hinblick auf mein vorheriges Auto den Toyota Rav4 Hybrid Baujahr 2017, Ausstattung Executive, (nicht Plugin).
Was ich an dem Toyota sehr gut fand:
- Viel Platz
- Super Soundsystem (JBL, also auch Harman)
- Fortschrittliche Technologie, Marktführer im Hybrid-Segment
- Absolut zuverlässig, in den vier Jahren kein einziger Ausfall
- Ziemlich geile Beschleunigung
- Zuschalten des Benziners nahezu unbemerkbar
- ECHTE, bequeme Ledersitze
- stabile Software
Was ich an dem Toyota sehr schlecht fand:
- Geringe Batteriekapazität
- Zwangseinschalten des Benziners ab ca. 48 km/h (50 oder besser 55 km/h wären super gewesen, aber da war nix zu machen)
Zwischenbemerkung: Eigentlich bin ich ein sehr zufriedener Toyota-Kunde (gewesen). Ich hatte nacheinander 3 Avensis, dann den Rav4 Hybrid und ich hätte mir auch wieder einen Toyota gekauft, aber zwei Gründe sprachen dagegen:
1. Wir sind 2016 aus dem Rheinland (Region Düren) nach OWL gezogen (Region Bielefeld). Bei meinem Stammhändler im Rheinland habe ich mich immer wohl gefühlt und die Inspektionspreise waren akzeptabel. Hier in OWL haben die Toyota-Händler echt einen an der Waffel (sorry, kann es nicht anders sagen). Die Inpektionen sind DOPPELT so teuer wie im Rheinland (habe dort extra mal nach nem Angebot gefragt und der Meister dort hat herzlich gelacht als er die Preise aus OWL hörte und meinte, dann könne er den Laden auch direkt dicht machen, dann käme ja keiner mehr).
2. Toyota scheint den Kundenwunsch aus den Augen verloren zu haben. Die legen sich zurück, so nach dem Motto "Wir sind die einzigen, die Hybrid richtig können". Im Vergleich zu Opel, BMW, VW-Gruppe und Mercedes haben sie ja auch Recht, die haben immer nur ein Standard-Automatik-Modell genommen und zusätzlich nen Akku drunter gepackt und das dann ganz toll als Hybrid-/Plugin-Hybrid verkauft. Dann, viel zu spät und total übermotorisiert, den Rav4 Plugin-Hybrid rausgebracht, der dann, bei annhembarer Ausstattung fast bei 70 TEUR Listenpreis liegt.
Einer der Punkte hätte gereicht, den nächsten Toyota in Frage zu stellen, aber zusammen blieb nur "Bye bye Toyota".
Seit Juni/Juli 2020 liebäugelte ich mit einem Ford Kuga. Hier im Ort gibt es eine kleine Ford-Werkstatt, der Meister ist sehr nett und alles ist überschaubar. Die Preise sind in Ordnung (seit wir hier wohnen, lässt meine Frau ihren Fiesta dort warten) und meine Frau hat 2018 sogar ihren neuen Fiesta dort gekauft.
September 2020 bin ich es dann endlich angegangen: Probefahrt im Kuga Plugin. Ich war total begeistert, Bescheunigung -> ok, Einschalten des Benziners -> unmerkbar, mindestens genauso gut wie der Rav4, Bedienbarkeit -> ok, Audio-Anlage -> gut, Toyota war einen Ticken besser, aber mit den Einstellungsmöglichkeiten bekommt man das hin, Verbauch -> dafür bin ich zu kurz gefahren. Freundlicherweise hatte mir der Händler noch etwas Strom in Akkus geladen auch wenn es von Ford eigentlich schon verboten war. Daher konnte ich auch reinen Strombetrieb testen und war begeistert.
Aufgrund der Akkugeschichte habe ich dann zunächst von einer Bestellung Abstand genommen und bis ins neue Jahr gewartet.
In der Zwischenzeit wollte ich noch ein paar andere Autos testen (aber eigentlich war die Entscheidung gefallen, wenn Ford das mit den Akkus hinbekommt, aber da war ich sehr zuversichtlich).
Opel Grandland Plugin -> absoluter Ausfall, Innen schön, etwas altbacken, aber ok. Wenn man Gas gibt tut sich erstmal gar nix, und dann macht die Karre einen Satz nach vorne. Meiner Frau war nach einem Kilometer schlecht und der Händler wunderte sich, dass wir so schnell wieder da waren.
Mercedes CLA Plugin -> nicht mein Ding, ähnliches Verhalten wie Opel, aber besser "kaschiert"
Nissan und Kia hatten keine Modelle, die mir gefielen.
Die gesamte VW-Gruppe kommt für mich nicht in Frage, wegen Diesel-Geschichte. (Da habe ich eine eigene, recht radikale Meinung zu).
Fazit: Es MUSS schon ein Auto sein, das von vornherein als Plugin-Hybrid konzipiert wurde. Das ist beim Kuga der Fall, auch wenn die Plattform nicht extra für Plugin designed wurde (Siehe Laderegler und geringere Bodenfreiheit). Aber einen Kompromiss muss man immer machen.
So habe ich dann meinen Kuga im Februar bestellt und im Juni erhalten.
Nun zum Kuga:
Besonders positiv:
- Gute Platzaufteilung
- Ausreichende Batteriekapazität (auch für höhere Geschwindigkeiten bis 130 km/h)
- Grundsätzlich finde ich die Ford-Pass-App sinnvoll und für meine Bedürfnisse ok, wenn nicht gerade Ford irgendeinen Quatsch macht.
- Zuschaltung des Benziners absolut unmerkbar
- Verbrauch absolut super, selbst im normalen Hybrid-Betrieb unter 5 l/100 km (Innerorts und Landstr.)
Besonders negativ:
- Kunstledersitze, auf keinen Fall so bequem wie bei Toyota, aber noch ok
- Flattern der Motorbaube ab 160, bei 190 denkste die hebt gleich ab. (Ja, ich muss mal nach den Gummipuffern schauen)
- Häufiger Ausfall der Ford-App
- Äußerst sensibles Sync3
Insgesamt gesehen eine Runde Sache für mich und ich bin happy den Wechsel von Toyota nach Ford vollzogen zu haben.