zuviel Motoröl ?

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    • zuviel Motoröl ?

      Hallo in die Runde,

      ich habe im April Inspektion machen lassen und habe heute mal zufällig den Ölstand kontrolliert. Da der Ölstand über Maximum lag, habe ich mal die Werkstattrechnung kontrolliert. Anscheinend hat die Werkstatt anstatt 5,5 L Motoröl (2 Liter Diesel) 6 Liter aufgefüllt.

      Weiß jemand, ob dadurch Schäden entstehen können. Bin schon ca. 4000 Km mit dem Ölstand gefahren.

      Gruß Frank

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    • Ich gehe davon aus, Du hast den Ölstand mindestens 5-10 Min nach Motor aus geprüft.

      Nun in diversen Foren liest man immer, dass zu viel Öl dem Motor schadet. Aber was ist zu viel?
      Nebenbei hast Du auch noch einen halben Liter teures Händler Öl zu viel gezahlt.

      Ich würde auf jedenfall mal beim Händler vorbei und ihn fragen was er zu zu viel Öl und zu viel Geld zu sagen hat.

      Ich kenn Dein Auto nicht bzgl Garantie oä, aber ein freundliches Email an den Händler mit den sachlichen Fakten kann im Anschluss nicht schaden.

      In einem Jahr hast Du einen Schaden am Motor und Ford verweigert sich, weil zu viel Öl drin ist.....
      Dann hast Du zumindest bessere Karten.

      Grüße
      Cosmonova

      Ford Edge Sport, 2,0l TDCi Bi-Turbo, 210 PS, AUT, Pazifik-Blau, Vollausstattung, außer AHK und Standheizung
      (Bestellt: 03.01.2017 / Gebaut: 28.03.2017 / Beim Händler: 02.06.2017 / Übergabe: 28.08.2017)


      Zum Spaß:
      Mazda MX5 ND RF in Matrix Grau (EZ 01/2018)

    • Grundsätzlich ist es durchaus möglich, dass durch einen zu hohen Ölstand Schäden im Motor entstehen können, weil die Kurbelwelle und die Pleuellager dann mit jeder Umdrehung auf die Oberfläche des Ölspiegels aufschlagen ("hineinplatschen") können. Dies verursacht einen einen zunächst minimalen, aber auf Dauer doch merklichen Verschleiß der Lager. Zusätzlich wird das Öl in der Ölwanne unnötig verwirbelt, sodass weitere Probleme auftreten können:
      - Das Öl wird im Kurbelghäuse verspritzt, so dass der Ölpumpe letztlich zu wenig Öl zur Verfügung steht.
      - Das Öl selbst unterliegt einem zusätzlichen Verschleiß.
      - Es kann Öl an der Kurbelgehäuse-Entlüftung austreten, was von außen als vermeintlicher Ölverlust gedeutet wird.
      - Die Kurbelgehäuse-Entlüftung kann verstopfen mit weiteren Folgeproblemen bis hin zum kapitalen Motorschaden.
      Man sollte eine erheblich zu große Menge deshalb auf jeden Fall ablassen bis auf den Maximum-Wert am Mess-Stab. Du solltest mit der Werkstatt darüber sprechen.

      Ein zu hoher Ölstand kann aber auch eine andere Ursache haben, als zuviel eingefülltes Öl: Aus Deinen Worten schließe ich, dass Du von April bis August, also in vier Monaten 4.000 km gefahren bist, das würde also hochgerechnet 12.000 km im Jahr entsprechen. Damit bist Du nicht gerade ein Vielfahrer: Gerade beim Diesel mit häufigem Kurzstreckenverkehr (z. B. Fahrtstrecken unter 5-10 km, Taxi-Fahrten, Stadt-Kurierdienste, usw.) kann es vorkommen, dass sich im Motor entstehendes Kondenswasser im Motoröl sammelt, welches dann jedoch aufgrund nicht erreichter Motortemperatur nicht vollständig verdampfen kann. Dann steigt der Ölstand kontinuierlich an. In diesem Fall tritt zusätzlich zum oben beschriebenen Problem die "Verwässerung des Motoröls" ein, d. h. die Schmierfähigkeit des Öls wird durch den Wassergehalt vermindert, was wiederum zu höherem Verschleiß und Schäden an Motor und Abgassystem (Partikelfilter, Katalysator, usw.) führen kann. Ford hatte zumindest bei den Dieselmotoren von Peugeot/PSA mit diesem Phänomen teilweise große Probleme, deshalb ist es in der Bedienungsanleitung meines S-Max ausführlich beschrieben und zur regelmäßigen Ölstandskontrolle empfohlen. Abhilfe kann hier ganz einfach in unregelmäßigen Abständen eine Fahrt über die Autobahn oder über Landstraßen schaffen, sodass der Motor einmal vollständig durchgewärmt wird. Das heißt aber nicht, dass der Motor mit hohen Drehzahlen geprügelt werden muss; eine ganz normale Fahrt von etwa 1 Stunde Dauer über die Dörfer oder gemütlich über die Autobahn hilft da schon. Den Effekt kannst Du dann selbst beobachten durch Normalisierung des Ölstandes.

      Letztlich sollte aber die Werkstatt darüber schauen, ob tatsächlich zuviel Öl eingefüllt wurde oder wo das Problem liegen könnte. Wenn augenscheinlich nichts gefunden wird, dann ist die (verstopfte?) Kurbelgehäuseentlüftung immer ein heißer Tipp. Je nach Werkstatt werden auch unterschiedliche Tabellen zu den Füllmengen für Motoröle der verschiedenen Fabrikate und Motoren benutzt, da gibt es schon gerne einmal verwirrende und unterschiedliche Informationen. Aber: Wenn auf der Rechnung 6 Liter stehen, sollte auch diese Menge eingefüllt sein. Wenn nur 5,5 Liter verfüllt wären, dann hätte dir der restliche halbe Liter mitgegeben werden müssen. Das Problem wird sein, dass die Inspektion fast schon ein halbes Jahr zurück liegt, und dass sich niemand mehr daran erinnern wird. Das Ablassen oder Absaugen von einem halben Liter Motoröl wird aber nicht das große Problem darstellen. Mit einem deutlich zu hohen Ölstand weiterfahren würde ich jedenfalls nicht. Danach sollte erst einmal in relativ kurzen Zeitabständen (z. B. bei jedem Tanken) geprüft werden, ob das Phänomen weiterhin auftritt.

      Gruß


      Niko

      Fahre seit Ende 2009 einen S-Max 2,0 Diesel und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Der ist aber jetzt zu groß, weil die Familie aus den Kinderschuhen raus ist. Mein nächstes Auto wird nach langem Abwägen ein Kuga MK3. Deshalb meine Registrierung in diesem Forum zum Stöbern, Lesen, Lernen ...