Ich meine, es muss einfach alles im Rahmen sein und für alle Beteiligten muss es fair bleiben.
Mit weniger bemühten Händlern müsste man da sicher nicht allzu viel Mitleid haben.
Aber wenn hier darauf verwiesen wird, dass die Händler schließlich an uns verdienen, in der Anspruchshaltung, dass das verdiente Geld doch in solchen Fällen „für uns Kunden zur Verfügung steht“ - um uns zufrieden zu stellen, wenn Ford selbst schon nichts für uns tut -, dann spricht das zum einen für eine unrealistische Anspruchshaltung und zum anderen für Unwissen in betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen.
Die Händler sind „abhängige Selbständige“.
Von den Gewinn-Margen müssen Steuern gezahlt werden, müssen - vor Ort im Inland - Betrieb und Mitarbeiter finanziert werden. Was wir dort an Geld hin tragen, bleibt die Gewinn-Marge. Bei den Schleuder-Preisen von Ford, im Vergleich zu anderen Herstellern, bleibt nicht viel Gewinn-Marge. Und die ist nicht brutto gleich netto.
Dass dabei in diesem Fall brutto und netto hier auch gar kein Vergleich zur eigenen Gehaltsabrechnung sind, weiß man vielleicht nicht so, wenn man angestellt ist.
Ich habe bei einem kleinen Familienbetrieb gekauft. Ich weiß, was alles einem hängt, wenn man selbständig ist. Und bis jetzt war der Händler bemüht. Denen sind durch Ford die Hände gebunden und in vielen Fällen wohl auch ein Maulkorb verordnet.
Wie gesagt, in vernünftigem Rahmen können die Händler die restriktive Handhabung seitens Ford mit eigener Initiative und Kulanz, in unserem Interesse und im Interesse der Händler selbst an der Kunden-Bindung, ausgleichen, aber nicht in der Summe der hier schon diskutierten Hersteller-Probleme.
Ford hat hierfür mehr Luft als jeder abhängige Händler.
Ford hat in der Corona-Krise einen dreistelligen Millionen-Betrag an staatlicher Unterstützung eingefordert, also von uns Steuerzahlern. Ob es ausbezahlt wurde, weiß ich nicht. Grundsätzlich halte ich das bei international agierenden Großkonzernen, mit weiterhin hohen Gewinnen beim Mutterkonzern im Ausland, für bedenklich und erhoffe das auch für die Entscheidungsträger.
Auch Ford und den dortigen Mitarbeitern steht natürlich Fairness zu. Aber wir können wohl schlecht einzelne Mitarbeiter bei Ford isolieren und verantwortlich machen, um die anderen Mitarbeiter zu schützen.
Sollten die Fahrzeuge ordentlich gefertigt sein, gäbe es die Probleme für uns und Händler jedoch nicht.