Seit zwei Wochen habe ich nun meinen Leih-Kuga, einen St-LineX mit dem 150 PS EcoBoost-Benzinmotor und 6-Gang Schaltgetriebe. In dieser Zeit bin ich nun über 2.000 km gefahren und wollte noch einmal Bericht erstatten über meine Erfahrungen seit der letzten Meldung in Post Nr. #181 vom 16.11.20. Im Wesentlichen kann ich die darin gemachten Erfahrungen bestätigen.
Das Fahrzeug wurde über die bisherigen 2.000 km bewegt etwa 60 % auf der Autobahn, 25 % Überland und ca. 15 % Stadtfahrten. Während ich für die ersten 1.500 km noch bei maximalen Motordrehzahlen von 3.000 - 3.500 U/min blieb, um den neuen Motor nicht gleich zu übermäßig zu belasten, habe ich ihn mit zunehmendem Kilometerstand beim Beschleunigen und auf der Autobahn nun auch einmal mit Drehzahlen von 4.000 - 4.500 U/min bewegt.
Kraftstoffverbrauch: Die Werte des letzten Berichtes kann ich so bestätigen, tendenziell würde ich sagen, geht er bereits um etwa 0,1 - 0,2 Liter runter, obwohl ich mit teilweise mit schnellerer und sportlicherer Fahrweise mit den beschriebenen Drehzahlen unterwegs war.Was ich versucht habe: Unmittelbar nach dem zweiten Tanken bin ich bewusst sparsam überland und durch die Stadt gefahren. Heißt: Gaspedal gestreichelt, sehr vorausschauend unter Vermeidung unnötiger Bremsvorgänge: Da lag er im Spritverbrauch bei 5,0 - 5,2 Liter, zeitweise sogar unter 5 Liter. Man kann ihn also auch sehr sparsam bewegen, Fahrspaß ist das allerdings nicht.
Nach der zweiten Vollfüllung Sprit kann ich die Angaben zur Füllmenge des Tanks (habe am Freitag 52,5 Liter eingefüllt) und zum Abgleich des Spritverbrauchs zwischen Echtdaten und Bordcomputer bestätigen. Die Angaben des BC sind also hinreichend zuverlässig, auch was die Restreichweite (vor dem Tanken 20 km) angeht.
Auf der Autobahn ging er dann je nach Geschwindigkeit in Werte zwischen 7,0 und 7,8 Liter. Im Gesamtdurchschnitt lag er bei Kilometerstand 1.000 bei etwa 7,8 Liter, aktuell steht er bei 7,6 Liter.
Die Drehzahlen heißen auch: bei 4.000 U/min im sechsten Gang läuft er 188 km/h, die macht er sehr locker und ohne Mühe. Was mich etwas gewundert hat, war die in den Unterlagen angegebebene Höchstgeschiwndigkeit von "nur" 195 km/h. Die wird er, wenn er mal richtig an den Ohren genommen werden kann und eingefahren ist, locker machen und überschreiten. Alles in Allem bin ich sehr angenehm überrascht, wie gut der Dreizylinder mit dem Kuga zurechtkommt. Das ist durchaus eine richtig gute Motorisierung für dieses Auto.
Weil ich anfangs bei Geschwindigkeiten von 120 - 150 km/h ein sehr schwammiges und unruhiges Fahrgefühl (wie Spurrillen) auf der Autobahn feststellte, hatte ich vor der letzten größeren Fahrt die Reifendrücke rundum um 0,3 bar erhöht. Das schwammige Fahrgefühl wurde besser und konzentriert jetzt nur noch auf den Geschwindigkeitsbereich 135 - 145 km/h, kurioserweise ist davon bei über 155 - 160 km/h absolut nichts mehr festzustellen, da läuft er wie auf Schienen. Allerdings spürt man auch, dass der höhere Reifendruck sich negativ auf das Fahrgefhl auswirkt, man spürt Fahrbahnunebenheiten deutlich stärker. Insgesamt ist das schwammige Gefühl besser geworden; ob das nun auf den höheren Luftdruck zurückzuführen ist oder darauf, dass die doch sehr weichen Winterreifen nun so langsam eingefahren sind, werde ich festellen, indem ich den Reifendruck noch einmal nach unten korrigiere.
Weil dieses Schwammige Fahrgefühl auch nur in diesem klar eingegrenzten Geschwindigkeitsbereich auftritt, und dann auch immer nur bei Geradeausfahrt (in Kurven war das absolut nicht der Fall), habe ich die Vermutung, dass die Aerodynamik des Kuga dort mit hineinspielen könnte. Ich werden beobachten, experimentieren und berichten.
Zwei andere Dinge habe ich festgestellt:
Ich habe bei etwa 1.400 km die Flüssigkeitsstände des Motors geprüft. Alles soweit ok, aber der Motorölstand war nur auf etwa 75 % zwischen den beiden Markierungen am Messstab. Ich weiß nicht, ob der Wert bei der Übernahme des Autos vor zwei Wochen voll oder genauso wie bei 1.400 km war, werde das deshalb weiter beobachten müssen. Alle anderen Flüssigkeiten waren in Ordnung.
Was mir am Infotainment-System absolut nicht gefällt, ist der Bildschirm bei Verkehrsnachrichten: Ich habe grundsätzlich die Verkehrsnachrichten eingeschaltet, weil ich immer wieder auch größere Strecken auf Autobahnen unterwegs bin. Bei Verkehrsnachrichten ist die Navi-Karte weg, der Bildschirm ist (unnötigerweise) komplett grau und eine Schrift zeigt mir an, dass Verkehrsnachrichten durchgesagt werden, was ich quittieren bzw. abbrechen kann. Wenn ich nun aber merke, dass diese durchgesagte(n) Verkehrsmeldunge(n) mich auf meiner Fahrt nicht betreffen und ich das System wieder in Normalzustand bringen will ( z. B. Musik), dann muss ich die Hand vom Lenkrad nehmen und das Schaltfeld auf dem Bildschirm suchen. Bei 180 km/h ist das nicht immer gut. Deshalb In dieser Anzeige sehe ich irgendwie keinen Sinn, warum bleibt auch nicht die Navi-Karte? Ich muss mich noch einmal belesen, ob das nicht abgestellt oder anderes eingestellt werden kann. Was ich gegenüber meinem S-Max, aber auch gegenüber den Audi-Firmenfahrzeugen jedenfalls sehr vermisse, ist diese eine Taste am Lenkrad, mit der ich die Verkehrsdurchsagen abbrechen und das Radio wieder auf die vorherige Wiedergabe in Normallautstärke zurücksetzen kann. Ich habe alle Tasten durchprobiert, aber das scheint nicht mehr zu funktionieren. Schade, denn so muss man die Hand vom Lenkrad nehmen und auf dem Bildschirm drücken... Aber vielleicht gibt es ja eine andere Funktion, die ich noch nicht gefunden habe.
Weiterhin ist mir auf einer Überland-Strecke mit vielen Tunneln aufgefallen, dass die Helligkeit der Instrumentenbeleuchtung sehr langsam auf den Unterschied zwischen Tag und Nacht reagiert. Das waren sowohl beim Reinfahren in den Tunnel als auch beim Rausfahren mehrere Sekunden; teilweise habe ich die Helligkeit manuell korrigiert. Das Abblendlicht schaltet sehr schnell ein, alles gut, aber die Instrumentenbeleichtung reagiert erst einmal nicht. Das sollte besser sein.
Soweit mein Bericht für heute. Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit dem Leihwagen. Bis auf dieses etwas schwammige Fahrgefühl, was sich aber auch schon gebessert hat, kann ich abslolut keinen der hier im Forum benannten Mängel am Kuga bestätigen, gescxhweige denn eine mehrseitige Liste aufführen. Ich freue mich sehr auf meinen PHEV Vignale, könnte mich auch durchaus damit einverstanden erklären, dass der Leihwagen "mein" Kuga wäre. Ich würde ihn nehmen.