Beiträge von Kuga-Stromer

    … ist doch kein Verbrenner, der warm laufen muss …

    ... Bei Temperaturen 20 Grad + ist der Akku, der die Energie liefert, doch genauso warm wie die Außentemperatur ...

    ... Das einzige wäre, dass der Startvorgang an sich Energie in Anspruch nimmt, die kommt aber grundsätzlich von der 12V-Batterie. ...

    ... Wenn du mir das physikalisch vielleicht erläutern würdest ...


    Ein Elektromotor läuft sich zwar auch warm und wird daher samt der Leistungselektronik flüssigkeitsgekühlt, aber im Gegensatz zum Verbrennungsmotor arbeitet er im kalten Zustand nicht ineffizienter. Das ist also nicht der Grund.


    Dass auch im Sommer der Verbrauch im Kurzstreckenbetrieb deutlich höher ist, hat mich anfangs selbst überrascht. Meine Verbrauchsaufzeichnungen zeigen das aber eindeutig. Auch merke ich es, wenn ich mein Auto nur mehrmals im zeitlichen Abstand auf dem Hof rangiere und es ansonsten nicht nutze. Ohne dabei eine nennenswerten Weg zurückzulegen, nimmt die Reichweite um etliche Kilometer ab. Für beides habe ich bislang nur zwei Erklärungen gefunden:


    Erstens kostet jeder Startvorgang, wie du schon selbst vermutest, erschreckend viel Energie. Nur hast du dabei vergessen, dass auch das 12V-Bordnetz ja über den DC/DC-Wandler aus dem HV-Akku versorgt wird. Selbst der Verbrauch bis zum Drücken des Startknopfes, welcher die 12V-Batterie betrifft, wird ja aus dem HV-Akku nachgeladen. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Energie es kostet, denn ganzen Elektrozirkus in Betrieb zu nehmen. Aber jeder Start kostet, vor allem im „kalten“ Zustand, ein paar Prozent SoC.


    Das Zweite wäre genau dieser „kalte“ Zustand. Weil du die Physik ansprichst, möchte ich kurz darauf eingehen. Es kostet immer mehr Energie einen Körper oder ein Fluid bei einer Umgebungstemperatur U von einer Ausgangstemperatur A auf eine Betriebstemperatur B zu bringen, als danach diese Temperatur B zu halten. Hierbei ist es unerheblich, ob dazu erwärmt oder gekühlt werden muss. Keine Energie muss nur dann aufgewendet werden wenn A=B=U ist. Deine Annahme, dass das im Sommer bei Temperaturen von 20 Grad und mehr erfüllt ist, stimmt so leider in der Praxis nicht. Hierzu müsste man das Fahrzeug über mehrere Tage in einem Raum bei konstanter U=B parken, damit alle Zellen des HV-Akkus die optimale Temperatur als A haben. Nicht umsonst wird der HV-Akku flüssigkeitsgekühlt/-beheizt, damit die Temperatur zwischen den einzelnen Zellen möglichst ausgeglichen ist. Der Energieaufwand hierfür ist selbstverständlich im Winter bei Frost erheblich höher als im Sommer bei gemäßigten Temperaturen. Aber ein Temperaturausgleich ist eigentlich immer notwendig. Davon abgesehen kann auch ein Parken in praller Sonne zu erheblichen Kühlaufwand führen, obwohl die beiden Akkupakete schon recht gut vor direkter Einstrahlung geschützt untergebracht sind.


    Man sieht, theoretische Erklärungen gibt es durchaus. Ich muss aber gestehen, dass ich mich damit nicht sehr intensiv auseinander gesetzt habe. Mir reichen MEINE ;) praktischen Erfahrungen hierzu.

    … max. 60 km in der Stadt (Berlin) …

    Fahrstrecken oft unter 10 km …

    Kurzstreckenbetrieb verringert die Reichweite deutlich. Im Stadtverkehr ohne nennenswerte Steigungen sollte man bei einer zusammenhängenden Fahrt schon auch auf 70 km - 80 km kommen können.


    Hier bei uns, wo fast alle Straßen Steigungen (bzw. Gefälle) haben, ist selbst im Sommer eine Reichweite von 50 km schon kaum machbar.

    Das FL hat ein modifiziertes Getriebemodell (HF55), da werden wohl kaum Teile in das alte (HF45) eingebaut.

    Meines Wissens hat sich aber nur die Achsübersetzung geändert, also die Zähnezahl eines Verzahnungspaares. Vermutlich ist die Schnittstelle zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe gleich geblieben und es ist fraglich ob das FL überhaupt einen anderen Schwingungsdämpfer hat.

    Einen Vollhybrid könnte man dann fahren, wenn man niemals laden möchte. Ich lade so oft es sinnvoll möglich ist und fahre so viel elektrisch wie möglich. Ich fahre aber ein- oder zweimal im Jahr ca. 3000 km im Urlaub ohne Laden zu können. Die nächste Ladestation ist dort 25 km von der Ferienwohnung entfernt. Dahin zu fahren und zurück, ist bei einer elektrischen Reichweite von 65 km kaum sinnvoll. Trotzdem fahre ich auch dann innerorts immer elektrisch und lade nötigenfalls im EV-laden wieder auf. Schade, dass das beim FL nicht mehr geht.


    EV-später mit ca. 50% SoC ist effizienter als EV-auto mit „leerem“ Akku (entspricht tatsächlich 10% bis 20% SoC), weil der Akku im mittleren SoC mit den geringsten Verlusten arbeitet. Er ist dann lade- und entladefreudiger, weil die Ionen beweglicher sind.


    Schnellladen kann man den PHEV zwar nicht an der Ladestation. Aber im Hybridbetrieb oder bei der Rekuperation wird der Akku durchaus mit bis zu 70 kW geladen. Man darf nicht vergessen, dass ein großer Teil der Ladezyklen bei der Fahrt entstehen, wenn der Verbrennungsmotor läuft.

    Nächstes Mal fährst du den Akku besser erst leer. …

    Für die paar hundert Kilometer als Test ist das noch in Ordnung. Wenn man aber öfter oder weitere Wege in Hybridbetrieb zurücklegen möchte, ist es besser im EV-später mir ca. 50% SOC zu fahren, als mit leerem Akku im EV-auto. Das schont den Akku und ist noch etwas effizienter im Verbrauch. Optimal ist die Kombination Eco/EV-später.

    … Die E-Kilometer zählen m.W. auch hoch, wenn der Motor ohne Leistungsanforderung und Benzin vor sich hin dreht. …

    Bei meinem Auto ist das definitiv nicht der Fall und war auch schon ab Werk so. Ich meine mich aber an eine Diskussion zu erinnern, dass das bei einem früheren Softwarestand anders gewesen sein soll. Auch sollte es in den ersten Softwareversionen wohl so gewesen sein, dass der Verbrennungsmotor für die Motorbremse sogar gestartet wurde und für eine Warmlaufphase weiterlief.