Meine Statistik zeigt aber, dass ich schon über ein Dutzend Autos hatte, aber das hier ist das erste mit offzieller Brandgefahr. Oder anders: bisher nur Verbrenner - Diesel, Benziner. Erstes Auto mit Akkus - zack- Rückruf wegen Brandgefahr.
Mal ehrlich, nimmt das Vertrauen dann eher ab, bleibt es gleich, oder nimmt es sogar zu?
...meine Verbrenner-Statistik: Als Fernpendler ab Ende 1974 bis zum Ruhestand Anfang 2020 ca. 40 Ford-Benziner und -Diesel über 1,5 Millionen Km gefahren, 3 mal unterwegs liegen geblieben, 3 "Montags-Autos" mit zahlreichen, jeweils vergeblichen, Nachbesserungsversuchen im Rahmen der Gewährleistung von Ford. Mein subjektives Vertrauensbarometer war bis dato nicht von dieser Pannen-Statistik geprägt, sondern von 37:3 zuverlässigen Produkten vs. Problem-Autos und 1:1 engagiertem Service bei den Reklamationen zu den "Montags-Autos". Die 3 Problemautos waren 2 Escort in den 80er Jahren und ein Focus 20 Jahre später mit jeweils unausgegorenen technischen Innovationen zur Optimierung der Verbrennereffizienz. Mein Vertrauen in den technischen Fortschritt hat dadurch nicht abgenommen, sonst würde ich heute noch an Fallstromvergaser mit Choke-Seilzug für den Kaltstart glauben.
Nach der Fernpendelei hat mein geliebter Focus-2-L-Diesel-Automatik bei Tacho 230 000 zum 3. und letzten Mal wegen Turboladerproblemen gemuckt, weil der TÜV die dadurch nicht mehr einzuhaltenden Abgaswerte beim Kaltlaufverhalten bemängelte und die Reparaturkosten den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuteten. Im jüngeren Beitrittsgebiet der EU war das Auto dann noch für 2 500 Euro verkäuflich und nicht dem TÜV-Totalschaden unterworfen :-). Die 6-Jahresinspektion laut Checkheft für über 1 495 Euro hatte ich mir dummerweise nochmal gegönnt. Diese Rechnung hat mein Vertrauen in den Diesel nachhaltig gestört.
Als Nachfolger habe ich mit meiner Schwiegertochter 2020 den Nissan-Stromer mit kleinem 40-kW-Akku, aber dem 2-Liter-Diesel entsprechenden Leistungsdaten angeschafft, da wir nach nach meinem Ausscheiden aus dem Job nur noch selten Langstrecken fahren. Nach 5 Jahren hat unser Leaf 65 000 Km auf dem Tacho, davon 90% BAB. Wir hatten noch keine Pannen, keine Kfz-Steuer, geringere Kfz.-Versicherungskosten, keine Kosten für Schmierstoffe, Bremsbeläge und -Scheiben, Kupplungsverschleiß, Zündkerzen, usw. In den Wartungsberichten und -rechnungen von durchschnittlich 350€ p.a. sind alle Verschleiß-/Ersatzteilkosten und die Mobilitätsgarantie enthalten. Erstzteile in fünf Jahren: Ein Satz Scheibenwischerblätter, 4 Pollenfilter und eine Batterie für den Funkschlüssel. Laut SOH-Test bei der letzten Inspektiondem Bordcomputer und dem geeichten Stromzähler an unserer Wallbox beträgt die Akku-Kapazität ca. 100%.
Dann haben wir seit 2025 zwei Kuga PHEV als Nachfolger unseres Gran-C-Max gekauft und zum 2. Mal Probleme mit den Akkus. Da hilft keine persönliche Statistik. Die Probleme liegen nach meinen Erfahrungen mit all den Autos nicht an der Technik, sondern an mangelhaften Qualitätssicherungsmaßnahmen einzelner Hersteller vor der Markteinführung technischer Innovationen. Ob das im neuesten Rücktruf Ford oder sein Zulieferer zu verantworten hat, weiß ich nicht. Mein generelles Vertrauen in die E-Technik ist davon unabhängig sehr groß, weil die Akku-Pannenstatistik herstellerübergreifend sehr gering ist und unser technisch eher veralteter Nissan immer noch sehr effizient und 100% zuverlässig ist.
Im Übrigen: Der Diesel von meiner Nachbarin ging durch Elektropanne auf gerader Strecke ebenfalls in Flammen auf - einen Rückruf für dieses Model hat es nicht gegeben. Statistikvertrauen setzt große Grundgesamtheiten und längere Zeitreihen voraus. Das fehlt bei einstelligen Schadensfällen in 3 Jahren bei sechsstelligen Zulassungen in 6 Betriebsjahren für die betroffene Kuga-PHEV-Baureihe.
Kein Grund zur Panik oder generelles Misstrauen in die Batterie-Technik - eher in die Ford-Kommunikation zum erneuten Rükruf!