Beiträge von Kunde1974

    nun ja.... Gerade die Indoor SAM haben andere Lastprofile, eine andere Ladeinfrastruktur und auch andere Batterietypen (Industrie-LiFePO). Ein E -Auto oder Hybrid steht in der (Tief)Garage oder in Wohngebieten, hat Unfälle (Crash) und eben andere Batterien. Das kann man mE nicht so direkt gegenüberstellen.

    Die Technik mag im Neuzustand beherrscht sein, aber Langzeit- und Alterungsrisiken sind noch nicht vollständig empirisch durchlaufen. Und wir haben hier Autos, die keine 3 Jahre alt sind, dabei.

    Und ein Rückruf ist zwar lobenswert, aber im Grund ist er Krisenmanagement, den das Produkt ist ja schon zu Tausenden auf dem Markt. Keiner der Hersteller macht sowas präventiv, sondern erst, wenn es schon Schadensfälle gibt. Der Endverbrauch hat so den Nutzungsausfall und trägt zudem den Wertverlust. Im Prinzip wird dann die unzureichende Entwicklung durch Software-Updates versucht zu kompensieren. Ausgereift ist da nichts, wohl auch, weil die Zeit dafür gar nicht vorhanden ist.

    Und soweit ich informiert bin, ist es immer noch schwerer einen Akku-Brand zu löschen als einen Diesel, da dieser auch zeitverzögert nochmal auftreten kann.

    Ich halte mal mit persönlichen Einzelfallerfahrungen dagegen, obwohl die natürlich statistisch völlig irrelevant sind: Meine erste (Warmwasser-) Wärmepumpe wurde 1984 installiert. Die Meisten fanden die Technik damals höchst fragwürdig. Das Ding hat fast 40 Jahre wartungsfrei so enegiesparend und zuverlässig funktioniert, dass ich bei der kürzlich durchgeführten energetischen Haussanierung ein optimiertes Modell angeschafft habe, das aufgrund des technischen Fortschritts noch effizienter ist und inflationsbereinigt sogar deutlich weniger kostet. Ob das Ding auch wieder 40 Jahre hält? Ich wäre dann 104 Jahre alt. Ichh bin wieder mal in's Risiko gegangen und habe mich für den Stand der Technik entschieden. Die gleiche Erfahrung hat mich Nissan gelehrt: Seit vielen Jahren fuhren weltweit die ersten Generationen des Leaf ohne große Probleme emmissionsfrei, als der Leaf in 3. Generation vor mehr als 6 Jahren pendlertaugliche Akkus und Motoren bekam. Seitdem fahren wir den Kleinen störungsfrei, emmissionsfrei und super kostengünstig mit großem Spaß. Offensichtlich beherrschen Nissan und seine Zulieferer die BEV-Technik. Wie bei Ford-PHEV beträgt die Nissan-Gewährleistung auf den Akku acht Jahre bzw. 160 000 Km. Die Gewährleistungsfrist für die Verbrenner von schlappen 2 Jahren spricht nicht dafür, dass die Verbrennertechnik überlegen wäre.

    Das meine ich ja, diese Technik wird noch nicht wirklich beherrscht. Der Endverbraucher ist halt der Dumme jetzt.

    Vergangenes Jahr ist der Focus Diesel meiner Nachbarin während der Fahrt in Flammen aufgegangen, Totalschaden. Seit Jahrzehnten fahren indoor-SAM mit Traktions-Akkus elektrisch. Ein- bis zweistellige Schadensfälle weltweit bei Massenprodukten sind kein Indiz dafür, dass eine Technik nicht beherrscht wäre. Rückrufe sind sogar Ausdruck des Gegenteils: Schon bei geringer statistischer Evidenz von Pannen greift die staatlich organisierte, internationale Qualitätssicherung auf Kosten der Produktverantwortlichen.

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    Das Bild habe ich nach 11 Monaten Betrieb meines früheren Kuga PHEV (EZ. 07/20) vergangenen Herbst gemacht, bevor ich das Auto auf einen "Neuen" der gleichen Baureihe (EZ. 06/24) eingetauscht habe. Fahrprofil in den 11 Monaten über knapp 10 000 Km: Täglich Kurzstrecke Stadtverkehr/Landstraße, ca. 1 Dutzend Fahrten Landstraße/BAB in die Großstadt, hin mit E-, zurück mit Verbrenner-Motor und einmal Urlaubsfahrt mit 1200 Km BAB Hin- und Rückfahrt. In den 11 Monaten habe ich drei mal E10 getankt, die restliche Energie kam mit Ausnahme von November bis Februar ausschließlich von der PV-Anlage, von November bis Februar fast ausschließlich im Öko-Tarif von SüWAG (29,73 ct./kWh) und fünfmal am Urlaubsort von der öffentlichen Ladesäule der örtlichen Stadtwerke (59 ct./kWh) mit Shell-Recharge-App. Mein Bord-Computer hat daraus 2,2 l/100 Km Durchschnitts-Sprittverbrauch für unser Fahrprofil errechnet. Das kann halbwegs stimmen. Den durchschnittlichen Stromverbrauch pro 100 Km und die Stromkosten für unser Fahrprofil kann ich nicht angeben: Der Bordcomputer "berechnet" den Stromverbrauch aus der Differenz zwischen aufgenommenen kWh im Akku und Strecke ohne Benzinverbrauch des Verbrenners. Dabei wird der "Stromverbrauch" m. E. geschönt dargestellt, da die s. g. Ladeverluste bei der Stromaufnahme des Akkus und die Motorabschaltung beim "Segeln" auch dann dem Stromverbrauch gutgeschrieben werden, wenn der Akku leer ist. Jedenfalls zeigt der Bordcomputer auch bei leerem Akku beim "Gas-Wegnehmen) "Elektrisches Fahren" an. Eine weitere Erfahrung: Im echten Winterbetrieb sank die elektrische Reichweite unter 30 Km, also um mehr als 50% des WLTP-Wertes. Bei meinem gleich alten BEV Nissan (Tachostand 65 000 Km) mit 40 kWh-Akku nur von ca. 270 auf ca. 190 Km, also nur um ca. 33% des WLTP-Wertes.

    Mein Fazit: Die Angaben des Bordcomputers sind nur grobe Anhaltspunkte für den wahren Energieverbrauch und -mix. Laut ADAC-Testbericht betrug der WLTP-Verbrauch 1,0 l/100 Km. Selbst mit unserem "Rentnerahrprofil" und Laden möglichst, wenn die Sonne scheint, verbraucht das Auto das 2,2-Fache der Werksangabe gem. WLTP an Benzin. Wenn meine Frau das Auto nicht so toll fände, hätte ich für das gleiche Geld einen "ehrlichen" Vollstromer genommen, der weder Sprit, noch Öl, Kerzen, Bremsbeläge, -scheiben, Kühlmittel/-frostschutz usw. verbraucht. Es hätte der Explorer oder Capri sein können, wenn das Design meiner Gattin gefallen hätte. ;)

    Herzlichen Dank, ich habe eben auch eine entsprechende Beschwerde an das Ford-Kundenportal gemailt. Über die Reaktion werde ich berichten. Von meiner Werkstatt habe ich zu der "Kulanz" eine interessante Aussage erhalten. "Das macht Ford nur direkt mit dem Halter, wenn die Beschwerde vom Kunden persönlich beim Hersteller erhoben wird. Als Vertragshändler "kann" ich da nichts zu sagen." Ich habe das so interpretiert, dass er nichts sagen darf, um möglichst wenigen Betroffenen die Kulanz zu ermöglichen.

    Meine Statistik zeigt aber, dass ich schon über ein Dutzend Autos hatte, aber das hier ist das erste mit offzieller Brandgefahr. Oder anders: bisher nur Verbrenner - Diesel, Benziner. Erstes Auto mit Akkus - zack- Rückruf wegen Brandgefahr.


    Mal ehrlich, nimmt das Vertrauen dann eher ab, bleibt es gleich, oder nimmt es sogar zu?

    ...meine Verbrenner-Statistik: Als Fernpendler ab Ende 1974 bis zum Ruhestand Anfang 2020 ca. 40 Ford-Benziner und -Diesel über 1,5 Millionen Km gefahren, 3 mal unterwegs liegen geblieben, 3 "Montags-Autos" mit zahlreichen, jeweils vergeblichen, Nachbesserungsversuchen im Rahmen der Gewährleistung von Ford. Mein subjektives Vertrauensbarometer war bis dato nicht von dieser Pannen-Statistik geprägt, sondern von 37:3 zuverlässigen Produkten vs. Problem-Autos und 1:1 engagiertem Service bei den Reklamationen zu den "Montags-Autos". Die 3 Problemautos waren 2 Escort in den 80er Jahren und ein Focus 20 Jahre später mit jeweils unausgegorenen technischen Innovationen zur Optimierung der Verbrennereffizienz. Mein Vertrauen in den technischen Fortschritt hat dadurch nicht abgenommen, sonst würde ich heute noch an Fallstromvergaser mit Choke-Seilzug für den Kaltstart glauben.

    Nach der Fernpendelei hat mein geliebter Focus-2-L-Diesel-Automatik bei Tacho 230 000 zum 3. und letzten Mal wegen Turboladerproblemen gemuckt, weil der TÜV die dadurch nicht mehr einzuhaltenden Abgaswerte beim Kaltlaufverhalten bemängelte und die Reparaturkosten den wirtschaftlichen Totalschaden bedeuteten. Im jüngeren Beitrittsgebiet der EU war das Auto dann noch für 2 500 Euro verkäuflich und nicht dem TÜV-Totalschaden unterworfen :-). Die 6-Jahresinspektion laut Checkheft für über 1 495 Euro hatte ich mir dummerweise nochmal gegönnt. Diese Rechnung hat mein Vertrauen in den Diesel nachhaltig gestört.

    Als Nachfolger habe ich mit meiner Schwiegertochter 2020 den Nissan-Stromer mit kleinem 40-kW-Akku, aber dem 2-Liter-Diesel entsprechenden Leistungsdaten angeschafft, da wir nach nach meinem Ausscheiden aus dem Job nur noch selten Langstrecken fahren. Nach 5 Jahren hat unser Leaf 65 000 Km auf dem Tacho, davon 90% BAB. Wir hatten noch keine Pannen, keine Kfz-Steuer, geringere Kfz.-Versicherungskosten, keine Kosten für Schmierstoffe, Bremsbeläge und -Scheiben, Kupplungsverschleiß, Zündkerzen, usw. In den Wartungsberichten und -rechnungen von durchschnittlich 350€ p.a. sind alle Verschleiß-/Ersatzteilkosten und die Mobilitätsgarantie enthalten. Erstzteile in fünf Jahren: Ein Satz Scheibenwischerblätter, 4 Pollenfilter und eine Batterie für den Funkschlüssel. Laut SOH-Test bei der letzten Inspektiondem Bordcomputer und dem geeichten Stromzähler an unserer Wallbox beträgt die Akku-Kapazität ca. 100%.

    Dann haben wir seit 2025 zwei Kuga PHEV als Nachfolger unseres Gran-C-Max gekauft und zum 2. Mal Probleme mit den Akkus. Da hilft keine persönliche Statistik. Die Probleme liegen nach meinen Erfahrungen mit all den Autos nicht an der Technik, sondern an mangelhaften Qualitätssicherungsmaßnahmen einzelner Hersteller vor der Markteinführung technischer Innovationen. Ob das im neuesten Rücktruf Ford oder sein Zulieferer zu verantworten hat, weiß ich nicht. Mein generelles Vertrauen in die E-Technik ist davon unabhängig sehr groß, weil die Akku-Pannenstatistik herstellerübergreifend sehr gering ist und unser technisch eher veralteter Nissan immer noch sehr effizient und 100% zuverlässig ist.

    Im Übrigen: Der Diesel von meiner Nachbarin ging durch Elektropanne auf gerader Strecke ebenfalls in Flammen auf - einen Rückruf für dieses Model hat es nicht gegeben. Statistikvertrauen setzt große Grundgesamtheiten und längere Zeitreihen voraus. Das fehlt bei einstelligen Schadensfällen in 3 Jahren bei sechsstelligen Zulassungen in 6 Betriebsjahren für die betroffene Kuga-PHEV-Baureihe.

    Kein Grund zur Panik oder generelles Misstrauen in die Batterie-Technik - eher in die Ford-Kommunikation zum erneuten Rükruf!

    Die Akkus im Kuga sind von Samsung...

    Ford hat nach meiner ungesicherten Information für die Kuga PHEV seit Einführung des Modells nicht nur Samsung-Akkus verbaut. Das ist wohl ein Grund, warum die Rückrufe sich teilweise auf unterschiedliche Produktionszeiträume des Kuga bezogen haben und bei Weitem nicht auf alle Modelljahrgänge. Leider habe ich nicht herausgefunden, welcher Akkuhersteller diesmal für den Fehler verantwortlich ist. Bei einem früheren Akkumangel soll laut einer ungesicherten Info aus dem Ford-Handel ein anderer Hersteller "fein raus gewesen sein", weil Ford die Akkus aus Kostengründen unter Verzicht auf Gewährleistung durch den Akku-Hersteller "günstiger" beim asiatischen Zulieferer beschafft hatte, also gegenüber den Endkunden selbst ins finanzielle Risiko gegangen war. Damals sollen keine Akkus von Samsung sondern von einem anderen namhaften Batteriehersteller betroffen gewesen sein. Ich habe aber keine belastbaren Nachweise, da alle Akkus "öffentlich" unter dem Ford-Markennamen FOMOCO firmieren.