Verzögerter Motorstart (kalt) bei EV-Später

  • Hallo zusammen,


    ich habe seit einigen Tagen den Kuga PHEV ST-Line X in Vollausstattung und bin soweit auch ganz zufrieden mit dem Fahrzeug.


    Allerdings habe ich ein paar Fragen zum Modus EV-Später, wozu ich über die Suchfunktion oder in der BDA keine vollständigen Antworten finden kann:


    Wenn ich das Fahrzeug mit kaltem Motor starte und auf EV-Später stelle, sollte nach meinem Verständnis sofort der Motor starten und selbstständig erst nach Abschluss der Warmlaufprozedur wieder ausgehen, wenn keine entsprechende Leistung gefordert wird. Bei mir passiert das aber erst nach ca. 300 Metern elektrischem Fahrbetrieb. Dann wird konstanter Geschwindigkeit zwischen 30-40 km/h der kalte Verbrenner gestartet und laut der Anzeige im Sync sofort für den Vortrieb und die Batterieladung genutzt. Ergo gibt es keinen kurzen Moment, wo lastfrei der Schmierfilm aufgebaut werden kann.

    In anderen Threads wird von diversen Tricks berichtet, bspw. kurzer Gasstoß in P. Bei einem solchen Fahrzeug möchte ich aber nicht ständig an sowas denken müssen. Ich fahre schließlich erstmal gemütlich los und muss nicht direkt zügig auf Bundesstraßen- oder Autobahntempo beschleunigen.


    Meint ihr, man muss sich bei diesem Verhalten des Autos langfristig Gedanken um die Haltbarkeit des Motors machen? Wie Verhalten sich eure Kugas PHEV, wenn ihr bspw. einige Kilometer vor der Autobahn bei 80-90 km/h in EV-Später schaltet oder die EV-Reichweite 0 ist - muss der kalte Motor dann sofort die höhere Last bewerkstelligen und für Vortrieb sorgen?


    Da ich Vielfahrer bin, werde ich das Auto wohl weit über die 100.000 Garantiekilometer (habe die Erweiterung) hinaus fahren und auch der Motor wird regelmäßig laufen. Entsprechend ist mir ein sorgsamer Umgang nochmal wichtiger.



    Ich möchte mich schonmal im Voraus für eure Antworten bedanken!



    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

  • Moin moin,


    erstmal ein herzliches Willkommen im Forum.


    Die Algorithmen zu verstehen, nach denen der Verbrenner zu- oder abgeschaltet wird, ist mir in gut fünf Jahren Kuga PHEV nicht gänzlich gelungen.... ;)


    Wenn der HV-Akku beispielsweise über 80% Ladestand hat, wird der Verbrenner trotz EV-später erst eingeschaltet, wenn die 80% unterschritten werden.

    Wenn man nicht gerade Vollgas gibt, wird der Verbrenner nach dem Zuschalten erstmal etwa 30 Sekunden lastfrei in nahezu Leerlaufdrehzahl von ca.1200/min betrieben, bevor er belastet wird und die Drehzahl hörbar zunimmt - so war es zumindest bei meinem "Dicken" aus 2020.


    Als Tipp würde ich dem Motoröl etwas Molibdän-Disulfid (MoS2) beimischen, das es in kleinen Dosen zu kaufen gibt.

    Das ist ein Festschmierstoff (ähnlich Graphit), der sich auf allen gleitenden Teilen ablagert und den Moment überbrücken kann, bis das Motoröl die Schmierstelle erreicht (Notlaufeigenschaften).


    Gruß Jörg

    Kuga III - PHEV - Titanium - Sedona-Orange-Metallic - EZ 08/2020 - go-e-Charger 11kW - PV-Anlage 7,2kWp

    Seit 20.11.25 : Puma Gen-E premium

  • Hallo Jörg,


    für mich, der vorher nur reine Verbrennerfahrzeuge gefahren ist und als erste Handlung nach dem Start das Start-Stop-System deaktiviert hat, ist es natürlich eine drastische Umgewöhnung, den Algorithmus des Kuga einfach machen zu lassen. Insbesondere, wenn dieser selbst für erfahrene Kuga-Fahrer noch Rätsel aufweist.


    Lastfrei wird der Vebrenner nach dem Kaltstart in EV-später bei mir höchstens für eine Sekunde betrieben, vorausgesetzt die Leistungsanzeige und die Energieverteilung im Sync stimmen. Vielleicht ordnet das System eine Geschwindigkeit von 30-40 km/h auch als „lastfrei“ ein. Sowas kann Ford natürlich mit dem Facelift geändert haben.


    Bei den nächsten Malen werde ich bewusst auf das Drehzahlverhalten achten. Der Verbrenner klingt im kalten Zustand doch recht kernig / „brummig“, wodurch sich die Drehzahlveränderung insbesondere während der Fahrt schwierig abschätzen lässt. Anzeigen lässt die die Drehzahl im Fahrzeug nicht, oder?



    Vielen Dank für den Tipp mit dem Molibdän-Disulfid! Da werde ich mich mal drüber informieren. Ich muss auch ausschließen, dass der Zusatz keine Auswirkungen auf die Garantie hat.



    Viele Grüße

  • Guten Abend,

    bei unserem Kuga hat sich bei EV-Später der Verbrenner bei <80% HV-Ladung angeschaltet und ist dann die ersten1,5 km unauffällig mit gelaufen (mehr Leistung aus Akku als vom Motor, kein Motorgeräusch hörbar). Dabei ging die Kühlwassertemperatur recht schnell nach oben (hellblau). Nach den 1,5 km wurde der Anteil "Motorkraft" deutlich hörbar. Ich war mit dem Verhalten zufrieden. Bin nie mit kalten Motor (Kühlwassertemperatur) auf die Autobahn gefahren.

    Beste Grüße

    Vignale PHEV / White Platinum Metallic / Fahrer-Assistenz-Paket / Technologie-Paket / Diebstahl-Alarmanlage / Panorama-Schiebedach

    Bestellt: 08.10.2021 / Abgeholt: 28.03.2022 / Verkauft: 14.02.2026

  • Wenn DU deinem Verbrenner im Kuga PHEV etwas Gutes tun möchtest, starte ihn und schalte um in den S-Modus. Der eine nennt ihn Sportmodus, andere Spaßmodus. Dann springt der Verbrenner morgens sofort an, wenn du anrollst. Wenn das Öl dann warm ist, kannst du zurück auf Normal oder was auch immer schalten.

  • Ich gehe dazu immer kurz in EV-Laden, aber soweit ich weiß, hat der FL-Kuga diesen Modus nicht mehr. Sportmodus geht natürlich auch.

    Aber was spricht dagegen in P mit angeschalteter Zündung kurz das Gaspedal durchzutreten? Das ist die einfachste Methode den Verbrenner noch vor dem Losfahren zu starten, wenn man das ohnehin so haben möchte.

    Die paar Schritte kann ich auch (elektrisch) fahren.

  • Hallo zusammen,


    die Anzeige der Kühlmitteltemperatur ist auch bei mir relativ schnell im Bereich um die 90 Grad. Ich habe leider noch zu wenig Erfahrung, um vernünftig abzuschätzen, inwiefern sich der Anteil E-Motor/Verbrenner zwischen dem kalten und warmen Zustand verschiebt. Ich fahre allerdings auch erstmal durch eine lange Ortsdurchfahrt, wo zwar der Verbrenner den Vortrieb übernimmt, aber natürlich nicht groß gefordert ist. Am Ende ist er auch schon soweit warm, dass der Kuga ihn bei ausbleibender Leitungsanforderung ausschaltet.


    Den Sport-/Spaßmodus werde werde ich mal ausprobieren.


    Den Modus EV-Laden hat mein FL leider nicht, das stimmt.


    Sicherlich würde ich mich an die Variante P + Gasstoß gewöhnen, aber ich finde es nicht ganz nachvollziehbar, weshalb Ford den kalten Motor in EV-später nicht gleich starten lässt. Sofern man kurze Zeit später an einer Ampel steht, läuft der Motor auch im Stand bis er warm ist.


    In euren vor-Fl könnt ihr, meine ich, direkt mit einer Taste den EV-Modus wechseln. Das finde ich schöner gelöst, als dass man beim FL erstmal in das Menü im Sync (dahin kommt man zum Glück mit einem Tastendruck) muss und dann den Modus auf dem Display anwählen.

    Man muss dazu aber auch sagen, dass ich derzeit ausschließlich in EV-Später fahre, weil zu Hause noch keine Lademöglichkeit besteht (Autohaus war schneller als der Elektriker) und ich den Akku nicht tagelang auf 0 Km EV-Reichweite lassen möchte.



    Viele Grüße





  • JanSchk

    Dass du dir Gedanken über das Warmfahren des Verbrennungsmotors machst, finde ich gut. Ich hatte dazu auch schon mal einen Thread gestartet. Falls du ihn noch nicht gefunden hast, hier ist er:



    Ich habe damals viele „Messfahrten“ gemacht, bei denen ich mir über eine OBD-Software die wichtigstem Parameter (Motordrehzahl, Temperatur von Kühlkreislauf 1 und 2, elektrische Leistung und Leistung des Verbrennungsmotors) auf dem Sync habe anzeigen und für eine Auswertung mit Excel aufzeichnen lassen. Daraus hat sich für mich ergeben, dass zum Warmfahren anfangs EV-auto (Start des Verbrennungsmotors per kurzem Kickdown auch während der Fahrt) gut ist, wobei der Verbrennungsmotor erst einige Umdrehungen lastfrei und dann unter geringer Last läuft. Erst wenn die Temperaturanzeige schon leicht ausschlägt, schalte ich auf EV-später um, wodurch der Verbrennungsmotor recht schnell unter Last auf Betriebstemperatur kommt. Bleibt man in EV-auto, schaltet der Verbrennungsmotor schon bei 60 grad Wassertemperatur wieder ab und das Auto fährt wieder rein elektrisch, bis eine höhere Leistungsanforderung ansteht. Eventuell ist dann der Verbrennungsmotor aber schon wieder kalt. So erreicht das Öl höchstens bei leerem Akku überhaupt jemals Betriebstemperatur.

  • Anzeigen lässt die die Drehzahl im Fahrzeug nicht, oder?



    Vielen Dank für den Tipp mit dem Molibdän-Disulfid! Da werde ich mich mal drüber informieren. Ich muss auch ausschließen, dass der Zusatz keine Auswirkungen auf die Garantie hat.

    Direkt kann man sich die Drehzahl des Verbrenners nicht anzeigen lassen.

    Ich habe mir ein über die OBD-Buchse abgesteuertes Nachrüst-HUD angeschafft und konnte mir damit neben der Geschwindigkeit auch die Motordrehzahl anzeigen lassen.


    Was das MoS2 angeht, sollte es da keine Probleme geben, denn dieser Festschmierstoff greift nicht in die Ölzusammensetzung ein sondern "schwimmt" nur im Öl - ich habe diesen Zusatz 30 Jahre in meinen Fahrzeugen problemlos genutzt.


    Wenn man ganz auf Nummer sicher gehen will, nutzt man es erst nach Ablauf der Garantie.


    Gruß Jörg

    Kuga III - PHEV - Titanium - Sedona-Orange-Metallic - EZ 08/2020 - go-e-Charger 11kW - PV-Anlage 7,2kWp

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